Hattet Ihr das schon mal, dass Ihr irgendwo angekommen seid und Euch sofort am richtigen Platz gefühlt habt? Mir ging es gestern so, an meinem ersten Tag in Perth. Ich bin in der Nacht zum 2. Oktober hier gelandet, was im Nachhinein betrachtet nicht so eine super Idee war. Denn ich dachte, ich frage mal entspannt an einem Info-Point, ob die nicht eine Idee hätten, wo ich die restlichen paar Stunden schlafen kann, bis es Tag wird. Aber da war kein Info-Point. In der Ankunftshalle standen zwei Geldautomaten und ein Typ, der überschaubar motiviert mit seinem Besen herumhantierte.
Es hatte mir eigentlich widerstrebt, ein Hotel zu buchen, bei dem ich kalendarisch gesehen am 2. Oktober ein- und wieder auschecke. Letztlich ist mir nichts anderes übrig geblieben. Auch hatte ich nicht so recht bedacht, wie riesig Perth in seiner Ausdehnung ist. Ich hatte ein Appartement in Scarborough gebucht, weil ich meine ersten Tage in Australien gerne in Strandnähe wohnen wollte. Dass das vom Flughafen eine gute Dreiviertelstunde entfernt ist, sah auf der Karte gar nicht so aus. Naja. Also hab ich mir für die erste Nacht ein (teures) Zimmer in der City gebucht, um schon mal die halbe Strecke bis Scarborough hinter mir zu haben. Zusammen mit der Taxifahrt war ich so schon mal die ersten 100 Euro quitt. Teures Pflaster, dieses Australien, aber das wusste ich ja vorher.

Lange geschlafen habe ich nicht, weil ich neugierig auf die Stadt war. Mein Appartement in Scarborough stand mir erst ab 14 Uhr zur Verfügung und so hatte ich ausreichend Zeit, ein bisschen herumzulaufen. Und was soll ich sagen: Schon nach wenigen Metern hatte ich ein breites Grinsen im Gesicht. Was für eine Atmosphäre. Das lässt sich schwer beschreiben, aber Perth strahlt so eine Leichtigkeit aus, wie ich es bisher in noch keiner Stadt erlebt habe. Mein Hotel lag in der östlichen Innenstadt, wo man zuerst mal Hochhäuser sieht, aber dazwischen immer wieder sehr gepflegte Parks und Grünanlagen. Und selbst der Verkehr ist hier unheimlich entspannt. Es war ja Dienstagmorgen, kurz vor 9 Uhr, man stelle sich da mal eine Fahrt durch Essen oder Stuttgart vor. Hier fahren gefühlt gar keine Autos. Und es sind nicht mal Ferien. Breite, vierspurige Straßen, über die man locker drüberschlendern kann. Irgendwie unwirklich, das Ganze.




Wahnsinnig viel von der Innenstadt habe ich noch nicht gesehen, aber das hole ich morgen oder übermorgen nach. Läuft ja nicht weg. Bei einem ersten Bummel durch die City habe ich jedenfalls mein Grinsen kaum aus dem Gesicht bekommen, auch weil die Australier so einen entspannten und freundlichen Eindruck machen. Eine bemerkenswerte Stadt in allen Belangen.


Lieber Sven,
tolle Idee und Respekt, Ich beneide Dich!
Deine Auszeitung werde ich regelmäßig lesen. Bin gespannt!
Nun wünsche ich Dir eine unvergessliche Zeit mit ganz vielen und nachhaltigen Eindrücken!
Aus dem verregneten BORKEN grüßt Dich herzlich
Thomas Lepping