Zeit für ein bisschen Abenteuer. Australien zu bereisen, ohne das Outback zu sehen, kann man sich gleich schenken. Von Adelaide aus, wo mich mein Freund Fabian leider Richtung Tokio verlassen musste, bin ich in den Norden von South Australia bis in den Flinders Ranges Nationalpark gefahren. Die Hügelkette zieht sich, wie ich im Artikel über die Southern Flinders schon geschrieben habe, über mehrere hundert Kilometer durch Südaustralien, an ihrem nördlichen Ende erreicht man dann so langsam aber sicher das Outback, Australiens riesiges, rotes Herz.

Der Nationalpark gibt, so hoffe ich, einen guten Vorgeschmack davon, was mich weiter im Norden erwartet. Allerdings ist er wohl im Vergleich noch ziemlich grün. Wie in fast allen Nationalparks gibt es auch hier einen gut ausgestatteten Campingplatz. Der gehört zum Wilpena Pound Resort, wodurch man auch gleich Zugang zu einer Bar samt Restaurant und Pool hat. Alles drei kann nach Wanderungen im Nationalpark sehr nützlich sein, wie ich feststellen konnte. Vom Resort beziehungsweise vom benachbarten Besucherzentrum gehen diverse Wanderwege ins Herz des Nationalparks hinein: vom Spaziergang bis zur harten Tour.
Ich habe an zwei Tagen jeweils eine Wanderung in den Wilpena Pound gemacht. Das ist ein riesiger Kessel, der fast kreisrund von Bergen eingeschlossen ist. Laut Lonely Planet ist aber kein Meteor oder Vulkanausbruch an dieser ungewöhnlichen Anordnung „schuld“. In diesem riesigen Areal hat sich eine weite, trockene Ebene gebildet, in der für mich überraschend viele Bäume stehen, dafür dass es dort jetzt im Frühling schon 35 Grad heiß und staubtrocken wird. Australier, die ich auf dem Campingplatz kennengelernt habe, haben mir erzählt, dass sie hier im vergangenen Jahr um diese Zeit schon die 40-Grad-Marke geknackt hatten.
Nur etwa vier Kilometer vom Campingplatz aus erreicht man mit Hills Homestead ein verlassenes Gehöft, auf dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts tatsächlich mal eine Familie gelebt hat. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie hart und entbehrungsreich das Leben hier so weit draußen von allem gewesen sein muss. Immerhin: Hundert Höhenmeter über ihrem Häuschen hatten die Hills einen tollen Ausblick auf den Wilpena Pound, wie ich feststellen konnte.
Ich stehe auf solche kargen Gegenden. Das ging mir in Namibia schon so, weshalb ich beim Wandern automatisch immer wieder an das südliche Afrika denken musste. Unglaublich still war es heute bei der Durchquerung des Pounds – und schon um 9 Uhr ziemlich heiß. Ich habe die Ebene einmal durchquert, auf der anderen Seite kommt man dann auf einen kleinen Bergsattel, von dem aus man aber nicht so eine schön Aussicht hat wie von der Seite, an der Hills Homestead liegt. Aber eine wirklich tolle Wanderung, bei der ich jedoch gemerkt habe, dass meine Wanderschuhe bei höheren Temperaturen etwas eng werden.
Abseits der Wanderungen hat man hier nicht viel mehr zu tun, als zu lesen, die Landschaft zu genießen, die unfassbar lästigen Fliegen zu verscheuchen, sich am Geschrei der Krähen zu erfreuen und sich, vor allem morgens, mit neugierigen Gästen zu beschäftigen. Herrlich entspannend. Übrigens: Schlangen oder Spinnen habe ich hier gar nicht gesehen.









Hallo Sven,
toll wie Sie uns mitnehmen auf ihrer beeindruckenden Reise.
Ich habe ein bisschen das Gefühl, mit dabei zu sein.
Bin schon neugierig auf ihren nächsten
Bericht.
Liebeb Gruß aus Wulfen
Doris Brüser
wir schauen jeden Tag in dein Block und freuen uns über deine tollen Reiseberichte. es ist schön zu sehen wie gut dir Ruhe und Erholung tut. Meine Sportkollegen erzählen mir schon morgens, was du geschrieben hast. Hab weiter so viel Freude an deiner Reise. Alles Gute Jans und MA