Cat Ba: Der schönste Teil der Halong Bay

Die Halong-Bay östlich von Hanoi ist das meistbesuchte Ziel von Touristen in Vietnam. Hunderte kleine und größere Inseln schaffen ein weltberühmtes Panorama, durch das man sich prima einen oder mehrere Tage schippern lassen kann, ohne dass der Anblick langweilig wird. Von Anfang stand ein Abstecher hierhin für mich weit oben auf meiner Prioritätenliste.

Markante Felsformationen und ein paar Touristen, die sich herumschippern lassen.

Ich hatte eigentlich vor, eine kleine Kreuzfahrt auf einem der vielen Schiffe zu buchen, die hier durch die Buchten schippern. Aber irgendwie bin ich trotz riesiger Auswahl nicht so recht fündig geworden. Zudem erzählte mir jemand in Hué, dass der beste Ausgangspunkt für einen Besuch die Insel Cat Ba ist, von der aus man Ausflüge in die Bucht unternehmen kann und die dazu selbst eine Menge zu bieten hat. Ein guter Rat.

Der Hauptort heißt genauso wie die Insel: Cat Ba.

Wer Halong Bay sagt, meint in der Regel mindestens drei Buchten, von denen Halong nur die bekannteste ist. Der Tagesausflug, den ich von Cat Ba aus mit einer organisierten Gruppe unternommen habe, führte zum Großteil in die südlicher gelegene Lan Ha Bay. Die ist, ähnlich wie die nördlich der Halong Bay gelegene Bai Tu Long Bay, nicht ganz so voller Ausflugsboote, hatte man mir gesagt. Da in Nordvietnam wie bei uns aktuell Winter ist – was hier Temperaturen von tiefstens 15 Grad mit dicken grauen Wolken bedeutet –, sind ohnehin eher wenig Touristen unterwegs. Umso schöner, dass ich einen der seltenen sonnigen Tage erwischt habe. Alle paar Meter stößt man hier tatsächlich auf Postkartenmotive. Die wunderschönen Felsformationen mit türkisfarbenem Wasser, immer wieder gespickt mit einheimischen Fischerbooten – das ist tatsächlich spektakulär und sollte man sich bei einem Vietnam-Besuch auf keinen Fall entgehen lassen. Im Mai oder auch im September, wenn das Wetter in Nordvietnam beständiger ist, lohnt sich bestimmt auch eine kurze Kreuzfahrt, die in der Regel eine oder zwei Nächte umfassen. Das Programm ist bei allen Anbietern sehr ähnlich, nur Ausstattung der Schiffe und entsprechend der Preis variieren stark.

Das Schöne bei einem Aufenthalt auf Cat Ba ist, dass man den Kontrast direkt vor der Tür hat. Zentrum der Insel ist ein Städtchen, das denselben Namen wie die Insel trägt und sich mit Haut und Haaren dem Tourismus verschrieben hat. Das hat den Vorteil, dass man hier immer ein Zimmer, eine große Auswahl von Restaurants und Leute für ein Bier findet.

Ich habe meine fünf Tage aber aufgeteilt und bin nochmal für zwei Nächte in ein Homestay umgezogen. Die findet man mittlerweile in Vietnam überall: Familien, die auf Haus und Garten eine kleine Pension machen – mal mehr, mal weniger professionell. Das Cat Ba Countryside Homestay im Zentrum der Insel, das ich mir ausgesucht habe, war eine hübsche Anlage mit acht Häuschen und einem kleinen Restaurant, in dem die Mutter kocht. Sehr nettes Plätzchen, sehr nette Familie. Der Vorteil bei Homestays: Man hat immer Familienanschluss dabei, besonders wenn man, wie ich in dem Fall, der einzige Gast ist.

Das Innere der Insel ist zu einem Großteil als Nationalpark geschützt. Und in dem gibt es eine ganze Reihe von Wanderwegen, die man zu einem Großteil allerdings nur mit einem Guide begehen kann. Dazu raten zumindest die einschlägigen Reiseführer. Eine schöne Wanderung führt allerdings gleich vom Eingang des Nationalparks auf einen Aussichtsberg, von dem man eine herrliche Sicht auf das bergige Inselinnere hat.

Und bei der Gelegenheit kann man am und im Nationalpark auch noch ein paar schöne Höhlen besichtigen. Eine, die Hospital Cave ganz in der Nähe meines Homestays, diente noch zur Zeit des französischen Krieges als Krankenhaus, das mit viel Beton in den Berg gebaut wurde. Wenn man die spartanisch eingerichteten Räume sieht, möchte man sich kaum vorstellen, wie ein längerer Aufenthalt samt Verwundung und Operation hier gewesen sein muss.

Die Anreise zur Insel ist total unkompliziert, weil von Hanoi aus Fahrten organisiert werden. Ich bin mit Cat Ba Express gefahren. Das ist nicht der billigste Anbieter, aber die Busse sind recht neu und komfortabel, was bei einer dreistündigen Fahrt für mich ein wichtiges Kriterium ist. Und der Preis ist mit 12 Euro für unsere Maßstäbe immer noch spottbillig. Bei der Buchung einer Kreuzfahrt ist die Anfahrt in der Regel mit drin, diese starten meist in Halong City.

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